Reden-Ranking
Seit 1. Juli 2024| Rang | Name | Land | Fraktion | Reden | |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 |
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Lukas SIEPER | Deutschland DE | Fraktionslose Mitglieder (NI) | 321 |
| 2 |
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Juan Fernando LÓPEZ AGUILAR | Spanien ES | Progressive Allianz der Sozialdemokraten (S&D) | 280 |
| 3 |
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Sebastian TYNKKYNEN | Finnland FI | Europäische Konservative und Reformer (EKR) | 247 |
| 4 |
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João OLIVEIRA | Portugal PT | Die Linke im Europäischen Parlament (GUE/NGL) | 195 |
| 5 |
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Vytenis Povilas ANDRIUKAITIS | Litauen LT | Progressive Allianz der Sozialdemokraten (S&D) | 183 |
Alle Beiträge (27)
Erläuterung des Automobilpakets (Aussprache)
Datum:
16.12.2025 17:26
| Sprache: DE
Frau Präsidentin! Herr Kommissar! Kolleginnen und Kollegen! Sie wollen, dass die Verbrenner auf alle Ewigkeit fortfahren, und das ist ein fatales Signal der Verunsicherung. Das führt dazu, dass die Menschen nur noch weniger Autos kaufen, weil sie nicht wissen, ob sie jetzt ein E-Auto oder einen Verbrenner kaufen sollen, und das ist schlecht für die Industrie. Das führt dazu, dass die Hersteller nicht wissen, ob sie in Batterien investieren sollen, ob sie in den Hochlauf der E-Mobilität investieren sollen, und diese Verunsicherung ist Gift. Sie schadet der Industrie, und dadurch wird Europa bei den Autos vom Weltmarktführer zum Schlusslicht. Ich komme aus Stuttgart. Natürlich liegen mir die Arbeitsplätze am Herzen, aber verarschen Sie doch nicht die Leute am Band. Dass es der Automobilindustrie schlecht geht, das liegt doch nicht an einem Gesetz, was in zehn Jahren irgendwann greift. Das liegt daran, dass die Unionsfraktion in den letzten 20 Jahren immer auf die Vergangenheit gesetzt hat, wenn es darum ging, die Zukunft zu gestalten. Das liegt daran, dass weltweit der Verkauf von Verbrennermotoren jedes Jahr einbricht und die E-Mobilität durch die Decke geht, wir aber auf den Verbrenner setzen. Und jetzt? Jetzt rücken Sie ab vom Kurs auf die E-Mobilität. Und damit rollen Sie den chinesischen Herstellern den roten Teppich aus. Damit übergeben Sie ihnen Europas Automarkt und auch noch die Automobilfabriken. Aber wir bieten Ihnen einen Vorschlag an: Verbessern Sie diesen Text in der Mitte des Parlaments. Schaden Sie nicht der Automobilindustrie und der Demokratie, indem Sie diesen Text mit den Rechtsradikalen durchdrücken.
Netzpaket und Bewältigung steigender Energiepreise durch robuste Infrastruktur (Aussprache)
Datum:
16.12.2025 09:49
| Sprache: DE
Herr Präsident! Herr Kommissar! Sehr verehrte Kolleginnen und Kollegen! Stellen Sie sich vor, Europa könnte jedes Jahr 40 Milliarden Euro sparen. 40 Milliarden Euro durch bessere Planung beim Stromnetz. Das wäre doch mal eine Ansage, und das ist kein Traum, das ist möglich, das ist, worüber wir heute reden. Wir sprechen heute über die europäische Netzplanung. Das klingt erst mal technisch, aber dahinter steckt der Schlüssel für unsere Energiezukunft. Denn ohne Netzplanung keine Wärmepumpe, kein E-Auto, keine klimaneutrale Industrie. Der Netzausbau ist der verborgene Held oder die verborgene Heldin der Energiewende und der Industriepolitik. Er verbindet den grünen Strom von Griechenland bis nach Hohenzollern. Er bringt den grünen Wasserstoff von Andalusien nach Baden-Württemberg. Und er macht uns endlich unabhängig. Unabhängig von Putin, von Trump, von den Autokraten. Er ist das Fundament der europäischen Industriepolitik. Und ich erwarte, dass die Mitgliedstaaten nicht ins Kleinklein verfallen, sondern Europa nach vorne stellen. Denn 40 Milliarden jährlich, das ist mehr als der Haushalt von Hamburg, von Schleswig-Holstein und von Bremen zusammen. Das Beste kommt noch: Wenn die neuen Windräder gebaut werden, profitieren auch die Menschen vor Ort. Dann gibt es ein neues Freibad, ein Ärztehaus, Geld für den Musikverein. So wird die Energiewende zum Gemeinschaftsprojekt für alle. Was wir hier heute diskutieren, ist der Anfang. Es ist klar, Europa braucht ein einheitliches Netz für 100 % Erneuerbare, für bezahlbaren Strom, für echte Energiesicherheit und Industriepolitik. Herzlichen Dank für diesen Vorschlag. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit.
Ergebnis der Klimakonferenz der Vereinten Nationen – Belém (COP 30) (Aussprache)
Datum:
27.11.2025 10:32
| Sprache: DE
Herr Präsident, Herr Kommissar! Jugendliche für ihre Zukunft, Eltern für ihre Kinder, Großeltern für ihre Enkel – Millionen haben auf diese Klimakonferenz gehofft. Und die Europäische Union hat sich verhalten wie so ein Schuljunge: die Hausaufgaben nicht gemacht und die Deadlines gerissen, den Gastgeber beleidigt und die Bullies der Öl- und Gasindustrie verteidigt. Sie haben diese Hoffnungen enttäuscht. Aber es heißt nicht, dass es keine Hoffnung gibt. Kolumbien hat eine Konferenz vorgeschlagen, um endlich einen Vertrag für das Verbot von Kohle, Öl und Gas auszuarbeiten. Lieber Herr Klimakommissar, wenn Sie Ihre Glaubwürdigkeit behalten wollen, dann unterstützen Sie diese Konferenz, dann unterzeichnen Sie diesen Vertrag und dann legen Sie bis zur Konferenz einen Plan für das Aus von Kohle, Öl und Gas hier in Europa vor. Enttäuschen Sie uns bitte nicht noch einmal.
Wirksame Nutzung der Handels- und Industriepolitik der EU angesichts Chinas Ausfuhrbeschränkungen (Aussprache)
Datum:
25.11.2025 12:56
| Sprache: DE
Frau Präsidentin, Frau Ministerin, Herr Kommissar, sehr geehrte Damen und Herren! Wir müssen aufhören, naiv zu sein. China ist in allen Technologien auf demselben Level wie wir, oder weiter. China ist der größte Exporteur nicht nur für Rohstoffe und elektronische Geräte, sondern auch für Autos und Maschinen. China ist nicht die Cashcow Europas, sondern jeder Sektor, jedes große Unternehmen in Europa muss befürchten, dass Wettbewerber aus China in den nächsten Jahren ihren Heimatmarkt übernehmen. Wir sind David, China ist Goliath. Und wir brauchen endlich eine Politik, die diese Situation anerkennt und reagiert. Europa darf sich nicht mehr von China gegeneinander ausspielen lassen, sondern muss endlich eine gemeinsame Industriestrategie umsetzen. Und Bürokratieabbau ist noch keine Strategie. Wenn CATL in Europa bauen will, gerne, aber 51 % der Fabrik muss Europäern gehören, damit Technologietransfer stattfindet. Europa muss seine Unternehmen vor China schützen und sich nicht als Spielball über den geopolitischen Platz kicken lassen. Es braucht endlich eine europäische, eigenständige Industriepolitik.
Zukunft der Automobilindustrie in Europa – Aufhebung des Verbots des Verkaufs von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren in der EU (Aussprache über ein aktuelles Thema)
Datum:
08.10.2025 11:30
| Sprache: DE
Frau Präsidentin, Herr Kommissar, liebe Kolleginnen und Kollegen! Reden wir mal ehrlich: China ist der größte Neuwagenmarkt der Welt, und der elektrifiziert im Eiltempo. Und dort verlieren europäische Hersteller jeden Tag Marktanteile. Die Zahlen vom August: BMW minus 13 Prozent, Audi minus 9 Prozent und Mercedes-Benz minus 20 Prozent. Das ist der Kern des Problems. Unsere Industrie schwächelt nicht, weil wir bei der Elektromobilität zu schnell waren. Sie schwächelt, weil andere schneller investieren. Und hören Sie auf, die Elektromobilität schlechtzureden. Ich habe gestern das Mercedes-Benz-Werk in Rastatt besucht. Da wird der neue elektrische CLA gebaut, und der geht weg wie warme Semmeln. Die müssen jetzt auf Dreischichtbetrieb umstellen, weil sich das Ding so gut verkauft und sie mit der Produktion nicht hinterherkommen. E-Autos sind einfach richtig gute Autos, und jeder weiß, dass sie die Zukunft sind. Deswegen investiert China Milliarden, und Sie diskutieren, ob es richtig ist, den Rückwärtsgang einzulegen. Wenn Sie die fossilen Verbrenner bis in alle Ewigkeit fahren wollen und die Klimaziele infrage stellen, dann zerstören Sie das Fundament erfolgreicher Wirtschaftspolitik. Dann gibt es keine Investitions- und Planungssicherheit. Es ist doch klar: In einem Rennen, in dem man zurückliegt, da bremst man nicht. Man beschleunigt, um zu gewinnen. Und wir Grünen, wir wollen, dass Europa dieses Rennen gewinnt.
Notwendigkeit des Ausbaus sauberer Technologien in der EU (Aussprache)
Datum:
08.07.2025 12:34
| Sprache: DE
Herr Präsident, Herr Kommissar, sehr geehrte Damen und Herren! Wir haben heute Morgen hier über das Verhältnis zu China diskutiert, und die Situation ist wirklich beängstigend. Vor Kurzem hat mich ein Chef von einem führenden Elektrolyseurhersteller angerufen. Wir haben die besten Technologien, aber gegen die Subventionen aus China, da haben sie einfach keine Chance. Er hat mir gesagt, wenn wir jetzt nichts tun, dann muss er dicht machen. Dann muss er die Menschen auf die Straße setzen, und dann verlieren wir in Europa den technologischen Anschluss. In vielen Branchen – bei Wärmepumpen, bei Wind – da sieht es genau so aus. Liebe Kommission, wir dürfen unsere klugen Ingenieurinnen und Ingenieure nicht vor die Hunde gehen lassen. Die Wahrheit ist nämlich: Bisher hat sich die EU‑Kommission einfach nicht gekümmert. Der Clean Industrial Deal ist da, aber es gibt keinen Plan, wie wir die saubere, wie wir die grüne Industrie in Europa aufbauen. Für uns Grüne ist klar: Wir werden nicht zulassen, dass unsere klügsten Köpfe keine Chance haben. Deshalb haben wir einen Plan vorgelegt: Buy European für Clean Tech. Wir brauchen eine Politik für saubere Technologien in der Europäischen Union.
Stromnetze als Rückgrat des Energiesystems der EU (Aussprache)
Datum:
18.06.2025 16:06
| Sprache: DE
Frau Präsidentin, sehr geehrte Frau Kommissarin, sehr geehrte Damen und Herren! Gestern haben wir beschlossen, kein Gas mehr aus Russland zu importieren, aber wir dürfen jetzt nicht einfach auf dreckiges Gas von Trump umsteigen. Wir müssen die Chancen nutzen von Sonne und Wind hier auf unserem Kontinent. Dafür braucht es eine Stärkung der Stromnetze, aber auch eine Stärkung von jedem einzelnen Haushalt, denn wir alle können von der Energiewende profitieren. Dafür muss aber umgesetzt werden, was längst europäisch beschlossen wurde. Bürgerinnen und Bürger haben ein Recht auf einen digitalen Stromzähler, damit sie dann Strom nutzen können, wenn er günstig ist. Es kann ja wohl nicht sein, dass gerade in Deutschland nur 4 % der Haushalte über so einen Smart Meter verfügen. Wann kommt endlich die Möglichkeit für E‑Auto‑Besitzerinnen und ‑Besitzer, auch Strom ins Netz einzuspeisen? Wann kommt der Booster für die Batterien? Das sind alles Punkte, die den Netzausbau günstiger machen. Die Menschen haben ein Recht darauf, von der Energiewende zu profitieren, und das sagt auch dieser Bericht, deswegen herzlichen Glückwunsch dazu.
Ausstieg aus der Energieversorgung aus Russland, Nord Stream und die Energie-Souveränität der EU (Aussprache)
Datum:
21.05.2025 19:14
| Sprache: DE
Herr Präsident, Herr Kommissar, Herr Minister, meine sehr verehrten Damen und Herren! 22 Mrd. EUR hat Wladimir Putin im letzten Jahr von den Europäern für Gas und Öl erhalten. Und im selben Jahr hat die Ukraine 18 Mrd. EUR an Militärhilfe von den Europäern bekommen. Die Finanzierung des Schlächters Putin, die Abhängigkeit, Nord Stream: Damit muss ein für alle Mal Schluss sein! Und jetzt schlägt die EU-Kommission etwas sehr Mutiges vor: Fossile Importe aus Russland werden verboten. Das bedeutet klipp und klar: Nord Stream is over! Ich verlange von diesem Haus, von der deutschen Bundesregierung, von Wirtschaftsministerin Reiche, von Bundeskanzler Merz, dass sie sich ohne Wenn und Aber hinter die Pläne der EU-Kommission stellen. Es darf beim Nord-Stream-Verbot keine Zweideutigkeit geben. Gleichzeitig ist auch Trumps dreckiges Frackinggas keine Lösung. Wir müssen auf den Ausbau der Erneuerbaren, auf den Ausbau von Netzen, auf die Speicher in Europa setzen. Keine weiteren Abhängigkeiten! Baut Nord Stream ab und Europas grüne Energie auf!
Rolle der Gasspeicherung bei der Sicherung der Gasversorgung vor der Wintersaison (Aussprache)
Datum:
07.05.2025 17:24
| Sprache: DE
Herr Präsident, Herr Kommissar, meine Damen und Herren! Mit dem neuen Gesetz zum Ende vom russischen Gas drehen wir Putin endlich den Geldhahn zu. Man muss klipp und klar sagen: Damit ist Nord Stream ein für alle Mal vorbei. Und es ist ein Sieg für die Ukraine. Und es ist auch ein grüner Erfolg, denn wir waren es, die das schon lange gefordert haben. Damit macht sich Europa frei von fossiler Erpressung und Abhängigkeit. Aber Achtung! Wir dürfen jetzt nicht den Weg in die nächste fossile Falle nehmen. Teure LNG‑Importe aus den USA, aus Diktaturen wie Aserbaidschan sind keine Lösung. Sie bedeuten hohe Preise, neue Abhängigkeiten, null Zukunft. Sie sind die nächste Sackgasse. Was wir jetzt brauchen, das ist ein Turbo für den Ausbau von Stromnetzen, von Speichern, von den Erneuerbaren. Die echte Antwort heißt: raus aus den Fossilen und rein in die europäische Sonnen- und Windkraft. Meine Erwartung an Sie im Parlament ist, dass Sie auch morgen gegen russisches Gas stimmen.
Aktionsplan für Stahl und Metalle (Aussprache)
Datum:
02.04.2025 07:50
| Sprache: DE
Frau Präsidentin, Herr Exekutiv-Vizepräsident, sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Vor einem Jahr hatten wir über 50 Betriebsräte von der Stahlindustrie ins Europäische Parlament eingeladen und deren Botschaft war klar: Sorgt dafür, dass die Modernisierung zu grünem Stahl gelingt. Nur so hat die Stahlindustrie in Europa eine Zukunft. Genau so ist es! Machen wir uns nichts vor. Im Preiskampf mit billigem fossilen Stahl aus der Türkei und China – da werden wir nicht gewinnen. Wir müssen Dinge können, die die anderen nicht können. Und das ist, grünen Stahl herzustellen. Dieser Industrieplan – der reicht dafür nicht aus. Es fehlen konkrete Maßnahmen. Wir brauchen jetzt Leitmärkte für grünen Stahl, verbindliche Quoten für Stahl aus Duisburg in den Windrädern in der Nordsee. Wir brauchen jetzt Sicherheit für Unternehmen, die modernisieren wollen, nicht erst in einem Jahr. Ich möchte, dass die Betriebsräte weiter Arbeit haben, dass auch ihre Söhne und Töchter in der Stahlindustrie arbeiten können, wenn sie das wollen. Das geht, wenn wir jetzt handeln, die Gesetze auf den Tisch legen und in die Modernisierung investieren. Deshalb, Herr Exekutiv-Vizepräsident, Beeilung, die Welt wartet nicht auf uns.
Aktionsplan für die Automobilindustrie (Aussprache)
Datum:
12.03.2025 09:34
| Sprache: DE
Frau Präsidentin, Herr Kommissar, liebe Kolleginnen und Kollegen! Wirklich niemand in der Industrie bestreitet, dass die Zukunft der Automobilwirtschaft elektrisch ist. Die Zahl der Neuzulassungen von Elektroautos in Europa ist im Februar um 37 % gestiegen. Was machen Sie? Sie bremsen diesen Trend aus mit einem Angriff auf den Green Deal. Sie beugen sich einer Lobbykampagne gegen Regeln, die seit acht Jahren bekannt sind, und machen sich damit als EU‑Kommission klein und schwach. Sie öffnen die Büchse der Pandora und geben den Prozess in die Hand von Verbrenner-Ideologen, die das gesamte Gesetz in Stücke reißen wollen. Und Sie schaffen damit maximale Unsicherheit bei den Konsumentinnen und Konsumenten, bei der Industrie, bei den Investoren. Ich meine, Sie zeigen noch nicht einmal den Anspruch, mit der Konkurrenz aus China mitzuhalten. Herzlichen Glückwunsch! So kann man seine Industrie auch zerstören. Die Verlierer, das sind die Beschäftigten in der Automobilindustrie. Rechnen Sie mit dem Widerstand von uns Grünen, denn wir kämpfen für die Zukunft.
Deal für eine saubere Industrie (Aussprache)
Datum:
11.03.2025 19:23
| Sprache: DE
Frau Präsidentin, Herr Kommissar, liebe Damen und Herren! Dieser Industrie-Deal ist nicht schlecht, aber es fehlt etwas ganz Entscheidendes, nämlich die Richtung. Wenn wir eine starke, eine innovative, eine wettbewerbsfähige Industrie haben wollen, dann geht es nicht, wenn wir auf Öl und Gas und Verbrenner setzen – Europa hat nur Sonne und Wind. Und lieber Herr Ehler, Europa hat auch kein Businessmodell, wenn wir keinen Klimaschutz haben. Das Businessmodell muss doch sein, in Modernisierung, in Innovation, in Klimaschutz zu investieren. Und an die Rechten muss man die Frage stellen: Von wem wollen Sie denn bitte das Gas kaufen? Lieber von Putin oder lieber von Trump? Was noch fehlt, ist eine wirklich europäische Industriepolitik. Wenn alle 27 Mitgliedstaaten ihr eigenes Süppchen kochen, dann wird das nicht funktionieren. In Ihrem Plan steht aber nichts dazu, wie wir die 27 Hauptstädte dazu bringen, an einem Strang zu ziehen. Also da muss nachgebessert werden. Europa kann Trump und Putin nur die Stirn bieten, wenn wir mit einer Stimme sprechen, auch bei der Industriepolitik.
Austritt der USA aus dem Pariser Klimaübereinkommen und aus der Weltgesundheitsorganisation und Aussetzung der Entwicklungshilfe und der humanitären Hilfe der USA (Aussprache)
Datum:
12.02.2025 16:25
| Sprache: DE
Frau Präsidentin! Frau Kommissarin! Sehr geehrte Damen und Herren! Es scheint an einigen vorbeigegangen zu sein, aber am Montag war eine wichtige Deadline: Die Europäische Union hätte nach den Regeln des Pariser Klimaschutzabkommens ihr Klimaziel, ihr NDC, übermitteln sollen. Das hat sie nicht getan. Es ist vielleicht kein großes Vergehen, aber um Glaubwürdigkeit zu behalten, müssen wir genau diese Regeln hochhalten und befolgen. Also, Frau von der Leyen: Statt den Green Deal und den Klimaschutz abzuwickeln, zeigen Sie der Welt, dass Europa führt! Das bedeutet: Kommen Sie Ihren internationalen Verpflichtungen nach! Wir brauchen jetzt schnell ein Gesetz für ein neues Klimaziel. Wir müssen uns an die Regeln halten, damit es die anderen auch tun. Liebe Kolleginnen und Kollegen, bei jeder Sitzung debattieren wir hier über Klimakrise, über Fluten, Dürren, Waldbrände. Und gleichzeitig kassieren Kohle-, Öl- und Gasunternehmen Billionen an Gewinnen auf Kosten derjenigen, die ihre Häuser, ihre Ernten, ihre Straßen und ihre Lebensgrundlage verlieren. Ich bin es leid. Diese Ungerechtigkeit muss enden! Wir müssen endlich die Verschmutzer, die Zerstörer zur Kasse bitten. Auf der letzten Klimakonferenz haben sich auch Europa und Deutschland dazu verpflichtet, jährlich 1 Billion Dollar für den Klimaschutz aufzubringen. Können wir uns endlich darauf einigen, dass man mit der Klimazerstörung keine Gewinne mehr machen darf? Die Verschmutzer müssen für ihre dreckige Zerstörung bezahlen. Dieser Auftrag aus dem Klimaschutzabkommen muss umgesetzt werden, und zwar jetzt.
Wiederaufnahme der Sitzung
Datum:
19.12.2024 11:03
| Sprache: EN
Ich möchte über den politischen Gefangenen in Aserbaidschan sprechen. Roberta Metsola bat darum, das Reiseverbot für unseren Sacharow-Finalisten, Professor Gubad Ibadoghlu, aufzuheben, damit er uns im Europäischen Parlament besuchen und sich medizinisch behandeln lassen kann. Das aserbaidschanische Regime tat genau das Gegenteil. Sie schneiden auch ... Tut mir leid, Herr Präsident, das funktioniert im Moment nicht... (Der Präsident unterbricht den Redner).
Wiederaufnahme der Sitzung
Datum:
19.12.2024 11:02
| Sprache: EN
Herr Präsident, Roberta Metsola, die Präsidentin dieses Hauses ... (Der Präsident unterbrach den Redner.)
Wiederherstellung des Wettbewerbsvorteils der EU – Notwendigkeit einer Folgenabschätzung der Maßnahmen des Grünen Deals (Aussprache über ein aktuelles Thema)
Datum:
18.12.2024 11:53
| Sprache: EN
Herr Präsident, Kolleginnen und Kollegen, Vizepräsident der Kommission, zunächst möchte ich meine Kolleginnen und Kollegen aus der EVP daran erinnern, obwohl Herr Weber bereits gegangen ist, dass der Grüne Deal die Idee der konservativen Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen ist – es ist Ihr Mann auf dem Mond-Projekt, und jetzt stechen Sie Ihrem eigenen Kommissionspräsidenten in den Rücken. Denken Sie daran, dass es sogar die Stimmen der Grünen brauchte, um Ihren Kommissionspräsidenten zu wählen, also bringen Sie Ihre Tat zusammen und unterstützen Sie Ihren Kommissionspräsidenten, oder wir können Sie nicht ernst nehmen. Ich möchte meinen ECR-Kollegen bitten, vielleicht ein bisschen mehr über Innovation nachzudenken als über Kuhfurze. Innovation bedeutet Investitionen in neue Technologien, Technologien, die neue Industrien ermöglichen, neue Fertigung. Aber Sie wollen ein Geschäftsumfeld des Chaos, der Unvorhersehbarkeit und der Instabilität schaffen. Sie wollen Innovation töten. Es läuft auf die Frage hinaus, ob Sie mit einem alten Geschäftsmodell fortfahren wollen, das uns von fossilen Importen abhängig macht, das Menschen wie Putin die Macht gibt, die Inflation in Europa für normale Menschen und Unternehmen in die Höhe zu treiben, oder ob Sie ein zukunftsorientiertes Geschäftsmodell mit einheimischen erneuerbaren Energien wählen, die mit europäischer Technologie produziert werden, die unsere Energiepreise senkt, lokale Arbeitsplätze und Wohlstand schafft und unsere eigenen innovativen Landwirte, Ingenieure, Handwerker und Handwerker stärkt. Wenn man in die Vergangenheit geht, wird Europa verlieren. Wir wählen die Zukunft.
Ergebnisse der COP 29 und Herausforderungen für die internationale Klimapolitik (Aussprache)
Datum:
26.11.2024 17:01
| Sprache: DE
Herr Präsident, sehr geehrte Damen und Herren! Das Ergebnis dieser Klimakonferenz ist zu mickrig, um der Klimakrise gerecht zu werden. Daraus ziehe ich drei Lehren: Erstens: Fossile Autokratien dürfen nie mehr Gastgeber einer Klimakonferenz sein. Aserbaidschan hat seine fossile Agenda vorangetrieben, während unser Planet brennt. Der Brandstifter soll das Feuer löschen. Das geht nicht. Zweitens: Stimmen aus Bangladesch, den Malediven und den Philippinen haben es auf den Punkt gebracht. Jeder verlorene Tag kostet Leben. Die Klimakrise ist überall angekommen. Sie wartet nicht, sie verhandelt nicht, sie verschärft sich. Und drittens: Europa ist seiner globalen Führungsrolle noch nicht gewachsen. Die Abwesenheit von Scholz, Macron und von der Leyen zu Beginn war fatal. Ich danke Herrn Hoekstra für seinen Einsatz. Aber Europa muss nach vorne gehen und sein neues Klimaziel, seinen NDC schon im Januar vorlegen. Europa trägt nicht nur Verantwortung, Europa hat die Pflicht, Klimaschutz anzuführen.
Klimakonferenz 2024 der Vereinten Nationen (COP 29) in Baku (Aserbaidschan) (Aussprache)
Datum:
13.11.2024 18:31
| Sprache: DE
Herr Präsident, sehr geehrte Damen und Herren! Gestern haben sich die Staats- und Regierungschefinnen und -chefs bei der Klimakonferenz getroffen, und die Europäische Union wurde von Viktor Orbán und von Giorgia Meloni repräsentiert. Ich würde gerne Ursula von der Leyen fragen, ob ihr das eigentlich peinlich ist. Europa ist der Kontinent, der sich von allen am schnellsten erwärmt. Und jetzt, nach dem Wahlsieg von Donald Trump, kommt es auf uns an! Frau Kommissionspräsidentin von der Leyen, Sie müssen jetzt in die Führungsrolle gehen. Bisher tun Sie das leider nicht. Diese Klimakonferenz muss ein Erfolg werden. Verhandeln Sie mit den Finanzministern, sodass Europa Geld auf den Tisch legen kann. Und sorgen Sie dafür, dass Europa sein neues Klimaziel in den nächsten Monaten verkündet, sodass andere nachziehen. Frau von der Leyen, Führung bedeutet, Verantwortung zu übernehmen und zu organisieren, dass es funktioniert.
Die Krise der Automobilindustrie der EU, mögliche Werksschließungen und die Notwendigkeit, die Wettbewerbsfähigkeit zu steigern und Arbeitsplätze in Europa zu erhalten (Aussprache)
Datum:
08.10.2024 12:35
| Sprache: DE
Frau Präsidentin, Herr Kommissar! Wir Grüne wollen, dass die Werke weiterarbeiten, dass die Menschen in der Automobilindustrie Arbeit haben. Aber wer so tut, als könnten wir einfach Verbrenner weiterbauen, der sagt nicht die Wahrheit, der streut den Menschen Sand in die Augen. Ja, Europas Automobilindustrie steckt in der Krise, aber das liegt am Verbrenner, nicht am E‑Auto. Wir müssen uns mal mit den Fakten beschäftigen. Das zentrale Problem der europäischen Automobilindustrie ist, dass Chinas Autobauer ihr davonfahren. Ihr Vorsprung in Batterietechnik und Digitalisierung ist enorm. Ein Drittel aller Autos deutscher Hersteller wird in China verkauft, und dort ist schon jeder zweite Neuwagen ein Elektroauto. Der Automobilindustrie geht es schlecht, weil sie zu viel auf den Verbrenner und zu wenig auf die E‑Mobilität gesetzt hat. Und E‑Fuels? Die gibt es heute nicht mal zu kaufen. Die weltweite Planung für die E-Fuel-Produktion in den nächsten zehn Jahren reicht noch nicht einmal aus, um zehn Prozent des deutschen Bedarfs in der Chemieindustrie, beim Schiffs‑ und beim Flugverkehr zu decken, und da ist der Automobilverkehr noch nicht einmal eingerechnet. Es tut mir leid. Wer so tut, als ob E‑Fuels die Industrie retten würden, der verhöhnt die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die um ihre Jobs bangen. Dass es eine Transformation der Automobilindustrie geben wird, ist vom Markt entschieden. Der weltweite Verkauf von E‑Autos ist Anfang 2024 um 25 Prozent gestiegen. Meine Damen und Herren, „Wir schaffen es nicht!“ darf nicht das Motto des Automobilstandorts Europa sein. Um die Werke und die Automobilindustrie zu retten, brauchen wir jetzt einen Kraftakt und Technologieklarheit für das E‑Auto. Eine europäische Industriepolitik für die E‑Mobilität muss ein Gesetz für E‑Autos in den Unternehmensflotten beinhalten.
Die verheerenden Waldbrände in Südeuropa, insbesondere in Portugal und Griechenland, und das Erfordernis weiterer Maßnahmen der EU zum Klimaschutz und zur Anpassung an den Klimawandel (Aussprache)
Datum:
07.10.2024 20:23
| Sprache: DE
Frau Präsidentin, Herr Kommissar! Heute diskutieren wir über die Waldbrände in Portugal und Griechenland. In der letzten Plenarwoche haben wir über die Überschwemmungen in halb Europa debattieren müssen. Und es wird leider dadurch klar: Die Klimakrise hat unsere Breitengrade erreicht. Und sie kostet im Hier und Jetzt Menschenleben, sie kostet Menschen ihre Existenz. Und diese Waldbrände, die zeigen eben aufs Neue: Die Klimakrise ist die Wohlstandzerstörungsmaschine unserer Zeit. Natürlich müssen wir uns anpassen, klar, aber kein Flutpolder der Welt ist tief genug und kein Löschwassertank groß genug, um einer ungezügelten Klimakrise zu trotzen. Wir brauchen echten Klimaschutz, echte Lösungen. Als Europäische Union haben wir schon einiges erreicht: Der Green Deal und der Ausbau von Sonnen- und Windenergie – das sind riesengroße Erfolge. Lassen Sie uns in diesem Haus zeigen, dass wir mehr können, dass wir unser Versprechen einhalten, unsere Bürgerinnen und Bürger und ihre Lebensgrundlage zu schützen.
Die verheerenden Überschwemmungen in Mittel- und Osteuropa, der Verlust von Menschenleben und die Bereitschaft der EU, auf solche durch den Klimawandel verschlimmerten Katastrophen zu reagieren (Aussprache)
Datum:
18.09.2024 08:41
| Sprache: DE
Frau Präsidentin, Herr Kommissar, sehr geehrte Damen und Herren! Die Fluten sind unerträglich, und mein größter Dank gilt den Feuerwehrleuten, den Sicherheitskräften, die zum Teil ihr Leben geben, um Menschen zu retten. Aber die Fluten sind nicht nur eine Naturkatastrophe; die Heftigkeit und die Häufigkeit sind menschengemacht. Wir müssen uns an die Fakten halten. Die EU‑Kommission selbst sagt, dass die Klimakrise in Europa schon einen Schaden von 650 Milliarden Euro verursacht hat. Ein Grad mehr heißt, dass 7 % mehr Wasseraufnahme in der Luft stattfindet, und das bedeutet mehr Regen und mehr Fluten. Europa hat sich jetzt schon um 2,3 Grad erwärmt. Die Wissenschaft hat jetzt schon festgestellt, dass der Grund für die Heftigkeit dieser Hochwasser die Klimakrise ist. Das sind die Fakten, und es ist für mich unverständlich, dass wir in Zeiten von fallenden Asylzahlen über Migration sprechen, aber diese Probleme verdrängen. Die Mutter, der Vater und der Urgrund aller Probleme in der Zukunft ist die Klimakrise. Als Vater von zwei kleinen Töchtern ist es mir wichtig: Der Schutz ihrer Generation, ihrer Lebensgrundlage, ihrer Freiheit ist keine Ideologie. Klimaschutz ist die Aufgabe unserer Generation. Lassen Sie uns mit den Fakten arbeiten! Wir müssen beim Klimaschutz besser werden.
Der Stand der Energieunion (Aussprache)
Datum:
17.09.2024 14:24
| Sprache: DE
Herr Präsident, Frau Kommissarin! Erstmal muss man sagen, die erneuerbaren Energien, die funktionieren. Wir produzieren schon jetzt mehr Energie, mehr Strom aus Sonne und Wind als aus Fossilen, mehr Strom kommt aus Windkraft, als aus Gas produziert wird. Das ist unsere europäische Erfolgsgeschichte und die muss weitergehen und die muss sich beschleunigen. Denn es ist auch klar: Je mehr Strom wir mit den heimischen Erneuerbaren produzieren, desto schneller kriegen wir die Preise runter für unsere Industrie und für unsere Haushalte. Es ist ganz einfach: Ein erneuerbarenbasiertes Stromsystem bedeutet Wettbewerbsfähigkeit. Abhängigkeit von Gas und Kohle bedeutet, dass die Energiepreise um das Doppelte, um das Dreifache höher sind als in anderen Weltregionen. Und wenn ich jetzt höre, dass man auf Gas setzen soll, dann muss man doch zwei Dinge dazu feststellen: Erstens hat Mario Draghi gerade eben festgestellt, dass die hohen Energiepreise in Europa wegen dem Konsum von Gas, wegen der Abhängigkeit von Gas sind. Und zweitens müssen wir dann weiterhin Milliarden ins Ausland transferieren, meistens an Diktatoren – und das wollen wir nicht. Diese 18 %, die wir noch aus Russland importieren, das ist kein Erfolg, das ist viel zu viel. Damit werden immer noch die Bomben finanziert, die auf die Ukraine abgehen, und das muss aufhören. Ich hoffe, dass wir in den nächsten Jahren noch einiges hinbekommen, es steht nämlich viel an. In den nächsten fünf Jahren müssen die CO2-Emissionen um 22 % sinken. Die Mitgliedsländer haben Pläne vorgelegt, die absolut nicht ausreichen. Die Energieeffizienz muss sich da um 11 Prozentpunkte erhöhen. Die Erneuerbaren‑Ziele – da gibt es noch eine Lücke von sieben Prozentpunkten. Wenn wir gegen die Abhängigkeit von den Diktatoren, gegen die hohen Energiepreise und gegen die Klimakrise gewinnen wollen, dann müssen wir einen Zahn zulegen, dann müssen wir diese Lücken schließen. Das ist die Aufgabe für die nächste Kommission.
Redebeiträge von Michael BLOSS