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Alle Beiträge (28)
Die Rolle der Entwicklungspolitik bei der Eindämmung des Verlusts an biologischer Vielfalt in Entwicklungsländern vor dem Hintergrund der Umsetzung der Agenda 2030 (Aussprache)
Datum:
04.10.2021 15:19
| Sprache: DE
Herr Präsident, sehr geehrte Frau Kommissarin, liebe Kolleginnen und Kollegen! Biodiversität ist eine unentbehrliche Grundlage für menschliches Leben und nachhaltigen Klimaschutz weltweit. Sie ist die Vielfalt aller lebenden Organismen, Lebensräume und Ökosysteme auf dem Land, in der Luft, im Süßwasser und in den Ozeanen. Sie spielt eine zentrale Rolle in der Landwirtschaft und in der Ernährungssicherung. Naturschutz ist nicht möglich ohne Landwirtschaft und umgekehrt. Landwirtschaft existiert nicht ohne Natur. Biodiversität reguliert direkt die Sauerstoffproduktion, das Klima und die Bodenbildung, fördert Nährstoffkreisläufe und den Insektenschutz, und sie wirkt auch positiv bei der Schädlingsbekämpfung. Gerade in Bayern arbeiten wir mit diversen Agrarumwelt- und Naturschutzprogrammen seit Jahrzehnten erfolgreich. Und so profitieren davon Mensch, Tier und Umwelt. Es gilt für uns in Europa und weltweit: Der Schutz der Biodiversität braucht globales Handeln und globale Lösungen. Gerade die Entwicklungsländer, deren Etats für Umweltschutz oft sehr klein sind, brauchen unsere Unterstützung. Danke, Frau Rivasi, für Ihre Anmerkungen. Es gibt eine Vielzahl von Strategien in Europa und weltweit, die alle das Ziel haben, den zunehmenden Verlust von Biodiversität zu stoppen. Mit der Biodiversitätstrategie streben wir ambitioniert an, dass bis spätestens 2050 alle Ökosysteme gesund, widerstandsfähig und reich an biologischer Vielfalt sind. Auch international gibt es große Bereitschaft, dieses Ziel im Rahmen der kommenden Vertragsstaatenkonferenz über die biologische Vielfalt, die COP 15, im chinesischen Kunming weiter voranzutreiben. An klaren Zielen mangelt es also nicht. Nur die Zusammenhänge zwischen dem Verlust der Biodiversität, deren Ursachen und Bekämpfung sind komplex. Auch individuelle Entscheidungen und Konsummuster der Verbraucher spielen eine wichtige Rolle. Deshalb brauchen wir eine gesicherte Finanzierung auf der Basis fundierter wissenschaftlicher ökonomischer Folgenabschätzungen.
Beitrag der EU zur Umgestaltung der globalen Lebensmittelsysteme zur Verwirklichung der Ziele für nachhaltige Entwicklung (Aussprache)
Datum:
15.09.2021 18:43
| Sprache: DE
Sehr geehrte Frau Präsidentin, sehr geehrter Herr Kommissar, liebe Kolleginnen und Kollegen! Ich freue mich sehr über die heutige Debatte. Der anstehende „“-Gipfel ist eine einzigartige Gelegenheit, die globalen Ernährungssysteme widerstandsfähiger, gerechter, effizienter und nachhaltiger zu machen. Der UN-Generalsekretär hat ihn zur Chefsache gemacht. Gerade, meine Damen und Herren, weil wir satt sind, ja manchmal übersatt, dürfen wir die Welt nicht aus den Augen verlieren. 15 000 Kinder sterben täglich am Hungertod. Ein Horror. Ein globales Thema braucht globale Antworten und globale Verantwortung. Nicht nur in der Theorie, sondern auch in der Praxis. Mit dem Green Deal und vor allem der „Farm-to-Fork“-Strategie hat die EU eine führende Rolle übernommen. Zu Recht, denn unsere Partner in den Entwicklungsländern warten dringend auf Unterstützung, auf unser Wissen, unsere Erfahrung. Zum Beispiel in Forschungspartnerschaften für nachhaltige Ernährungssysteme. Der COVID-19-Schock hat die Entwicklungs- und Schwellenländer zurückgeworfen. Deshalb muss unser Ziel sein, den Hunger zu überwinden, Fehl- und Überernährung weltweit zu beseitigen und unseren Planeten zu schützen. Denn es gibt kein Gebiet, auf dem die Menschenrechte so vieler Menschen verletzt werden wie im Ernährungssystem. Dabei sind Landwirte, Kleinbauern und Frauen von zentraler Bedeutung. Innovationen verbunden mit Beratung erzielen bisher schon beste Ergebnisse bei geringsten Kosten. Was sie noch brauchen, sind Investitionen in Aus- und Weiterbildung, gute landwirtschaftliche Praktiken und wissenschaftlichen Austausch und damit Zugang zu Jobs und minimaler sozialer Absicherung – mindestens. Die gesamte Nahrungskette, von der Ressourcennutzung bis hin zum Verbraucher, muss auf den Prüfstand. Und es braucht die Bereitschaft, verkrustete Strukturen zu überwinden, zum Beispiel in den Beziehungen zwischen Europa und Afrika, die wir auf neue und faire Füße stellen müssen. Wir haben eine Schlüsselrolle, bereiten wir uns auf diesen Gipfel vor und auch darüber hinaus! Ich bin intensiv dabei.
Allgemeines Umweltaktionsprogramm der Union für die Zeit bis 2030 (Aussprache)
Datum:
07.07.2021 16:33
| Sprache: DE
Sehr geehrter Herr Präsident, liebe Kolleginnen und Kollegen, Herr Kommissar! Das Umweltaktionsprogramm bis 2030 ist eine wichtige Säule in unserem Kampf gegen den Klimawandel und für mehr Nachhaltigkeit. Und in dieser entscheidenden Dekade darf das Umweltaktionsprogramm nicht in erster Linie ein Überwachungsprogramm sein. Innovative Lösungen sind gefragt. Mut zu zukunftsfähigen Inhalten statt Überschriften. In diesem Sinne brauchen wir auch eine realistische und pragmatische Vorgehensweise. Alle Akteure müssen miteinbezogen werden. Deshalb bin ich für ein holistisches Konzept. Keiner darf außen vor bleiben, vor allem nicht unsere Landwirtinnen und Landwirte. Die Potenziale der Land- und Forstwirtschaft, lieber Herr Kommissar, sowie die der einzelnen Akteure der Lebensmittelsysteme und Lieferketten müssen bei dieser systemrelevanten Branche berücksichtigt werden. Nur so ist ein echter und ehrlicher Wandel möglich. Entfesseln wir also unsere vielfältigen Möglichkeiten in Europa!